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Wie Daten durch moderne Anwendungen fließen (vom Nutzer zur Datenbank)

Wie Daten durch moderne Anwendungen fließen (vom Nutzer zur Datenbank)

Wenn Nutzer mit einer Anwendung interagieren, fühlt sich das oft einfach an:
ein Button wird geklickt, ein Formular abgeschickt, Daten angezeigt.

Hinter den Kulissen jedoch bewegen sich Daten durch mehrere Schichten, Systeme und Entscheidungsstufen, bevor sie überhaupt eine Datenbank erreichen - und erneut auf dem Weg zurück zum Nutzer.

Dieses Zusammenspiel zu verstehen ist entscheidend, um Anwendungen zu bauen, die sicher, zuverlässig und skalierbar sind.


Datenflüsse sind ein Systemthema

In modernen Anwendungen wandern Daten nicht direkt von der Benutzeroberfläche in die Datenbank.

Stattdessen durchlaufen sie mehrere Schichten, die jeweils eine klar definierte Aufgabe haben:

  • Identität und Authentifizierung
  • Zugriffskontrolle und Berechtigungen
  • Geschäftslogik und Validierung
  • Integration weiterer Systeme
  • Speicherung und Abruf

Jeder dieser Schritte dient dazu, Risiken zu reduzieren, Komplexität zu beherrschen und Verantwortung klar zuzuordnen.


Schritt 1: Die Nutzerinteraktion

Jeder Datenfluss beginnt mit einer Aktion des Nutzers:

  • Absenden eines Formulars
  • Abruf von Informationen
  • Hochladen von Daten
  • Auslösen eines Prozesses

In diesem Moment ist die Rolle des Frontends bewusst begrenzt:

  • Eingaben erfassen
  • Informationen anzeigen
  • Anfragen senden

Das Frontend sollte niemals entscheiden, welche Daten gültig, erlaubt oder sicher zu speichern sind.


Schritt 2: Authentifizierung und Identität

Bevor Daten sinnvoll verarbeitet werden können, muss das System wissen, wer die Anfrage stellt.

Authentifizierung stellt fest:

  • die Identität des Nutzers
  • ob die Anfrage aus einer vertrauenswürdigen Quelle stammt
  • den Kontext der Sitzung

Diese Informationen werden Teil der Anfrage und begleiten sie durch das gesamte System.

Ohne verifizierte Identität sollte der Datenfluss an dieser Stelle enden.


Schritt 3: Middleware als Kontrollinstanz

Sobald eine Anfrage ins System gelangt, wird die Middleware zur zentralen Entscheidungsschicht.

Sie ist verantwortlich für:

  • Validierung eingehender Daten
  • Durchsetzung von Zugriffsregeln
  • Anwendung von Geschäftslogik
  • Filtern oder Transformieren von Daten
  • Koordination zwischen Services

Hier liegen die meisten Regeln.

Anstatt Daten ungehindert fließen zu lassen, entscheidet die Middleware, ob sie überhaupt fließen dürfen - und in welcher Form.


Schritt 4: Geschäftslogik und Systemkoordination

Moderne Anwendungen bestehen selten aus nur einem Backend oder einer einzelnen Datenbank.

Oft muss die Middleware:

  • Daten aus mehreren Quellen zusammenführen
  • Hintergrundprozesse auslösen
  • mit externen APIs kommunizieren
  • domänenspezifische Regeln anwenden

Diese Koordination stellt sicher, dass Daten systemweit konsistent und sinnvoll bleiben.


Schritt 5: Speicherung und Abruf von Daten

Erst nachdem alle Prüfungen und Transformationen erfolgt sind, erreichen Daten die Speichersysteme.

An diesem Punkt gilt:

  • Daten werden strukturiert gespeichert
  • Beziehungen und Einschränkungen werden durchgesetzt
  • Zugriffe sind kontextabhängig eingeschränkt

Datenbanken treffen keine Entscheidungen - sie sind Quellen der Wahrheit.

Die Verantwortung dafür, was gespeichert wird, liegt vollständig vorgelagert im System.


Schritt 6: Der Rückweg zum Nutzer

Der Datenfluss endet nicht bei der Speicherung.

Wenn Daten an den Nutzer zurückgegeben werden:

  • werden Berechtigungen erneut geprüft
  • sensible Felder ggf. entfernt
  • Formate für die Benutzeroberfläche angepasst

Die Daten, die im Frontend ankommen, sind häufig nicht identisch mit den Daten in der Datenbank.

Diese Asymmetrie ist beabsichtigt.


Warum kontrollierte Datenflüsse wichtig sind

Unkontrollierte Datenflüsse können zu:

  • Sicherheitslücken
  • unbeabsichtigter Datenoffenlegung
  • inkonsistentem Verhalten
  • Verstößen gegen Compliance-Vorgaben

führen.

Durch klar definierte Datenflüsse können Teams:

  • Risiken reduzieren
  • Wartbarkeit verbessern
  • Features sicher skalieren
  • regulatorische Anforderungen erfüllen

Das Design von Datenflüssen ist daher ein grundlegendes architektonisches Thema.


Praxisbezug: komplexe und sensible Produkte

In Produkten, die mit sensiblen Informationen arbeiten - etwa präventiven Gesundheitsplattformen wie aeon - beeinflussen Entscheidungen zu Datenflüssen unmittelbar Vertrauen und Verantwortung.

Die Architektur muss sicherstellen, dass:

  • nicht jede Anfrage jedes System erreichen kann
  • Datenexposition standardmäßig minimiert ist
  • jede Schicht eine klar definierte Rolle hat

In solchen Systemen sind Datenflüsse nicht nur technische Leitungen - sie spiegeln Produktwerte wider.


Zentrale Erkenntnis

Moderne Anwendungen werden maßgeblich dadurch definiert, wie Daten durch sie fließen.

Von der Nutzerinteraktion über die Speicherung bis zurück ins Frontend sorgt jede Schicht dafür:

  • Kontrolle hinzuzufügen
  • Risiken zu reduzieren
  • Verantwortung durchzusetzen

Gut gestaltete Datenflüsse machen Anwendungen sicherer, flexibler und langfristig besser weiterentwickelbar.


Blick auf deine eigenen Datenflüsse?

Wenn du ein Produkt entwickelst, bei dem Daten über mehrere Systeme hinweg verarbeitet werden, lohnt es sich, die Verteilung von Verantwortung in deiner Architektur genauer zu betrachten.

Wenn du dir dazu eine zweite Perspektive wünschst, melde dich gerne bei uns.

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